Impressionen zur Veranstaltung "Wissen. Kompetenzen. Demokratie-Bildung. - Future Skills für eine starke Gesellschaft"
Impressionen zur Veranstaltung “Wissen. Kompetenzen. Demokratie-Bildung. Future Skills für eine starke Gesellschaft”
Wie gelingt Demokratiebildung in einer Zeit gesellschaftlicher Polarisierung, wachsender Unsicherheit und digitaler Öffentlichkeit? Welche Kompetenzen brauchen Menschen, um demokratische Prozesse aktiv mitzugestalten – heute und in Zukunft? Und wie schaffen wir Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven nicht trennen, sondern zum Ausgangspunkt für Dialog werden?
Rund 80 Teilnehmende kamen mit uns an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz zusammen, um genau darüber ins Gespräch zu kommen. Mit der Veranstaltung „Wissen. Kompetenzen. Demokratie-Bildung.“ setzten wir unsere neue Reihe „Wissen. Kompetenzen. Bildung.“ fort und richteten den Blick auf die Zukunftskompetenzen einer demokratischen Gesellschaft.
Im Mittelpunkt standen Fragen nach demokratischer Teilhabe, gesellschaftlichem Zusammenhalt und einer Bildung, die nicht belehrt, sondern zum Mitdenken und Mitgestalten befähigt. Ein Gedanke aus dem Nachmittag verband viele der Diskussionen und Perspektiven miteinander:
„Nicht sofort fragen: ‚Wie kann ich überzeugen?‘ – sondern: ‚What am I missing?‘“
Die Veranstaltung machte deutlich: Demokratie entsteht dort, wo Menschen bereit sind zuzuhören, Unterschiede auszuhalten und miteinander im Gespräch zu bleiben. Der Austausch war lebendig, offen und teilweise kontrovers – geprägt von der gemeinsamen Frage, wie Demokratiebildung gelingen kann, ohne moralisch zu belehren oder gesellschaftliche Spaltungen weiter zu vertiefen.
In den Impulsen und Diskussionen wurde sichtbar, dass Demokratiekompetenz weit über politisches Wissen hinausgeht. Es braucht Fähigkeiten, die Orientierung, Reflexion und Begegnung ermöglichen – insbesondere in Zeiten von Zukunftsangst, Desinformation und zunehmender Polarisierung.
Unsere Gäste Prof. Dr. Uwe Jun, Caroline Lindekamp, Dr. Tim Müller, Kathrin Twiesselmann-Steigerwald und Raphael Karl brachten gemeinsam mit Moderatorin Lena Försch vielfältige Perspektiven aus Wissenschaft, Bildung und Praxis ein. Diskutiert wurden unter anderem demokratische Lernräume, Streitkultur, Kommunikationsfähigkeit und die Bedeutung von Selbstwirksamkeit für gesellschaftliche Teilhabe.
Dabei wurde deutlich:
- Demokratie braucht Räume für Teilhabe und Mitgestaltung
- Fakten bleiben Grundlage demokratischer Handlungsfähigkeit
- Zukunftsängsten begegnet man nicht mit Überheblichkeit, sondern mit Dialogfähigkeit
- Demokratiebildung ist keine isolierte Aufgabe von Politik oder Institutionen, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung
- Kommunikationsfähigkeit, Kritikkompetenz, Perspektivwechsel und Streitkultur gehören zu den zentralen Future Skills demokratischer Gesellschaften
Besonders eindrücklich war der Gedanke aus dem Workshop zur Streitkultur:
„Wo ist mein blinder Fleck beim Gegenüber?“
Perspektivwechsel, Gesprächsoffenheit und auch ein gewisses Maß an Demut können helfen, Diskussionen mit Neugier statt Gewissheit zu führen. Nicht die schnelle Überzeugung stand im Mittelpunkt, sondern die Bereitschaft, andere Sichtweisen ernst zu nehmen und eigene Annahmen zu hinterfragen.
Wir halten fest:
Demokratiebildung bedeutet, Menschen zu befähigen, Unsicherheiten auszuhalten, kritisch zu denken und gemeinsam Zukunft zu gestalten. Sie lebt von Offenheit, Teilhabe und der Fähigkeit, miteinander im Gespräch zu bleiben – gerade dort, wo Meinungen auseinandergehen.
Die Veranstaltung hat gezeigt, wie wichtig Räume für Austausch, Reflexion und gemeinsames Lernen sind. Wir danken allen Mitwirkenden und Teilnehmenden für die Offenheit, die vielfältigen Impulse und die Bereitschaft, Demokratie gemeinsam weiterzudenken.
Im Herbst 2026 setzen wir unsere Reihe „Wissen. Kompetenzen. Bildung.“ fort – mit dem Schwerpunkt Zukunftskompetenzen junger Menschen mit Blick auf den Arbeitsmarkt.
Bei Fragen zum Projekt wenden Sie sich gern an die Projektleiterin Lara Baier.