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Event Projekt

Impressionen zur Veranstaltung "Wissen. Kompetenzen. Bildung. – Für den Arbeitsmarkt der Zukunft"

Event Projekt

Wir sprechen viel darüber, was junge Menschen leisten sollen – aber wer fördert sie eigentlich und welche Kompetenzen bringen sie bereits mit?

Diese Fragen nehmen wir aus unserer gestrigen Veranstaltung „Wissen. Kompetenzen. Bildung. – für den Arbeitsmarkt der Zukunft“ im 42kaiserslautern mit.

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Zukunftsforschung, Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Praxis haben wir darüber gesprochen, was junge Menschen für eine Arbeitswelt brauchen, die sich schneller verändert als je zuvor. Und dabei ging es um weit mehr als bereits bekannte „Future Skills“. Einige Gedanken, die uns besonders beschäftigt haben:

Die „End of Ambition Crisis“

In der Diskussion fiel eine zugespitzte Beobachtung: Junge Menschen haben heute mit 30 Jahren deutlich weniger finanziellen Spielraum als frühere Generationen im gleichen Alter. Die Cost-of-Living-Krise verändert damit auch das Verhältnis zur Arbeit. Denn wenn sich durch Arbeit zentrale Lebensziele immer schwerer finanzieren lassen, stellt sich die Frage: Wofür soll ich mich eigentlich noch anstrengen? Das klassische Leistungsversprechen verliert für Teile der jungen Generation an Überzeugungskraft.

Employability statt einmaliger Ausbildung

Ein Berufsabschluss für das ganze Berufsleben reicht nicht mehr. Wenn junge Menschen künftig nicht mehr drei, sondern vielleicht acht, zehn oder zwölf unterschiedliche Phasen in ihrem Berufsleben durchlaufen, braucht es etwas anderes: die Fähigkeit, immer wieder anschlussfähig an den Arbeitsmarkt zu bleiben. Employability wird damit selbst zur Zukunftskompetenz. Dafür müssen auch Unternehmen Verantwortung übernehmen: durch Weiterbildung, Entwicklungsmöglichkeiten und die Chance, technisch und fachlich am Puls der Zeit zu bleiben.

Zukunft denken heißt, Szenarien denken

Ein weiterer zentraler Gedanke: Zukunftskompetenz bedeutet nicht, die Zukunft vorherzusagen. Es bedeutet, verschiedene Zukunftsszenarien denken zu können. Welche Komplikationen können entstehen, wenn unterschiedliche Mikro- und Makrotrends aufeinandertreffen? Welche Stressoren können auf uns zukommen? Wer solche Entwicklungen frühzeitig durchdenkt, kann Resilienz aufbauen – und mehr: Antifragilität, also die Fähigkeit, an Herausforderungen nicht nur nicht zu zerbrechen, sondern an ihnen zu wachsen.

„Who teaches the teachers?“

Wir sprechen viel darüber, was junge Menschen lernen müssen. Aber wer bereitet diejenigen darauf vor, die junge Menschen ausbilden, begleiten und führen? Lehrende, Ausbildende, Führungskräfte und Unternehmen müssen selbst kontinuierlich lernen, wenn sie junge Menschen auf eine Arbeitswelt vorbereiten wollen, deren Anforderungen sich ständig verändern.

Junge Menschen brauchen Experimentierräume

Ein weiterer Punkt aus der Diskussion: Junge Menschen brauchen Möglichkeiten, Dinge auszuprobieren, auch ohne dass jede Erfahrung sofort ökonomisch bewertet werden muss. Praktika können dabei eine wichtige Rolle spielen. Aber nur dann, wenn sie tatsächlich Einblicke in Berufe ermöglichen und junge Menschen nicht lediglich für kurze Zeit „mitlaufen“. Gerade hier wurde deutlich: Wer Orientierung erwartet, muss auch echte Erfahrungen ermöglichen.

Darin liegen auch Chancen für das Handwerk.

Während der Einstieg in akademische Berufsfelder schwieriger und unsicherer wird, wächst bei jungen Menschen gleichzeitig die Lust an einer multisensorischen, physischen Realität: Dinge herstellen, ausprobieren, unmittelbar etwas bewirken. Das Handwerk kann genau diese Erfahrungsräume bieten – und verbindet dabei praktisches Können mit Digitalisierung, Technologie und neuen Formen des Arbeitens. 

Für uns bleibt weiterhin eine zentrale Frage: Was brauchen junge Menschen von uns, damit sie nicht nur auf die Zukunft vorbereitet werden, sondern die Möglichkeit bekommen, sie selbst zu gestalten?

Dabei sollten wir uns auch immer wieder reflektieren: 

Wenn wir von jungen Menschen Zukunftskompetenzen erwarten – geben wir ihnen auch die Räume, die Zeit und die Unterstützung, um diese zu entwickeln?

Und gleichzeitig sollten wir nicht vergessen: Junge Menschen bringen bereits viel mit – etwa digitale Selbstverständlichkeit, Offenheit für Neues, Lernbereitschaft, Kreativität und ein ausgeprägtes Bewusstsein für ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen.

Herzlichen Dank an Dr. Steffi Burkhart, Prof. Dr. Matthias Rohs, Alexander Kellersch und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Marvin Hiltrop und Glenn Hunter von ROCK YOUR LIFE!, Valentin Felten von HORNBACH sowie Rita Petry von der Handwerkskammer der Pfalz und unsere Moderatorin Lena Försch für die vielfältigen Perspektiven und den offenen Austausch.

Und vor allem: Danke an die jungen Menschen, die ihre Perspektiven eingebracht haben. Denn über die Zukunft der Arbeit zu sprechen, ohne die Generation zu hören, die sie maßgeblich erleben und gestalten wird, wäre zu kurz gedacht.

2027 setzen wir unsere Reihe „Wissen. Kompetenzen. Bildung.“ fort. 

Bei Fragen zum Projekt wenden Sie sich gern an die Projektleiterin  Lara Baier.