Energiewende und Klimaschutz sind endgültig in der Gesellschaft angekommen. Nicht mehr nur Experten, sondern auch die breite Öffentlichkeit fordert die Energiewende und den Klimaschutz auf allen Ebenen. Die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. hat gemeinsam mit innogy SE Akteure aus Politik, Energiebranche und Wirtschaft zur gemeinsamen Diskussion über die Energiewende in Rheinland-Pfalz und die Entwicklung der zukünftigen Energielandschaft eingeladen. Über 50 Teilnehmer besuchten die Konferenz am Moselkraftwerk der innogy SE in Bruttig-Fankel.

Dr. Lothar Oelert, Leiter des Kommunalen Partnermanagements Rheinland-Pfalz bei innogy und Heike Arend, Geschäftsführerin der ZIRP eröffneten die Veranstaltung und begrüßten die Gäste. Oelert betonte in seiner Ansprache: „Ich freue mich, dass innogy eine Plattform für eine zukunftsweisende Konferenz und eine interessante Diskussion hier im Wasserkraftwerk an der Mosel bieten kann. Die Energiewende stellt uns vor große Herausforderungen, welche wir nur gemeinsam mit den Kommunen und Unternehmen in unserer Region bewältigen können. Dazu möchten wir den Informationsaustausch mit Ihnen in unserer Region fördern. Hier am Moselkraftwerk in Bruttig-Fankel erleben wir heute hautnah, welchen Beitrag die erneuerbaren Energien zur Energiewende leisten.“

Dr. Thomas Griese, Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz zeigte auf, wie dramatisch sich der Klimawandel entwickelt habe: „Die Jahresdurchschnittstemperatur ist mittlerweile um 1,6 Grad Celsius angestiegen, zwei bis drei Millionen Bäume sind in diesem und letzten Jahr abgestorben und unter anderem durch die Ausbreitung des Borkenkäfers befallen. Auch die Grundwasserneubildung geht stetig zurück. Daher ist es enorm wichtig, dass wir in den Sektoren, welche die größten Auswirkungen auf unser Klima haben, aktiven Klimaschutz betreiben und die Energiewende voranbringen.“

Griese ergänzte zudem, dass Rheinland-Pfalz beim Klimaschutz insgesamt gut voran komme. Die Treibhausgasemissionen seien zwischen 1990 bis 2015 um rund 37% reduziert worden. 1990 importierte Rheinland-Pfalz noch knapp 73% des verbrauchten Stroms. Heute habe sich das Verhältnis umgekehrt.
Er betonte, dass man auch auf Bundesebene klare Vorgaben für den Ausbau erneuerbarer Energien benötige - ein effektives Bundesklimaschutzgesetz, die CO2-Bepreisung und letztendlich den Einstieg in den Kohleausstieg. Zusätzlich müssten die vom Bund aufgebauten Hemmnisse für die Energiewende dringend beseitigt werden und neue Rahmenbedingungen für das Umlagen- und Abgabensystem geschaffen werden. Endlich müsse man ernst machen mit Klimaschutz bei Gebäuden und Verkehr und die Sektorkopplung von Strom, Wärmeversorgung und Verkehr anreizen.

Die Wasserkraft als regenerative Energiequelle ist für Griese sehr bedeutend: „Gerade vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels bleibt auch die Wasserkraft ein wichtiger Baustein der Energiewende. Auch wenn die Stromproduktion wie im Sommer des letzten Jahres phasenweise zurückgeht, können die Verteilnetzbetreiber mit der Energie aus Wasserkraft generell gut kalkulieren. Strom aus der kleinen Wasserkraft ist kostengünstig, stabilisiert die Netze und ist bedeutend für die dezentrale Energiewende.“
In Rheinland-Pfalz solle daher durch die Modernisierung vorhandener Anlagen deren Effizienz und gleichzeitig die fisch- und wasserwirtschaftliche Verträglichkeit gesteigert werden. Die Reaktivierung und Modernisierung von Anlagen der kleinen Wasserkraft werde durch die Landesregierung unterstützt, wo sie unter Berücksichtigung des Wasserangebotes und der Gewässerökologie wirtschaftlich darstellbar sei.

Was die Umsetzung der Energiewende für das Verteilnetz bedeutet, erläuterte Dr. Torsten Hammerschmidt, Projektleiter Netzentwicklung bei innogy: „Im ersten Schritt haben wir die Klimaziele analysiert und daraus Aufgaben für die Verteilnetze auf Gemeindeebene abgeleitet. Unter Berücksichtigung der Sektorenkopplung von Strom-, Gas- und Wärmesystemen sowie neuer technologischer Möglichkeiten haben wir ein Bild der Verteilnetze der Zukunft (2030/2050) entwickelt.“ Neben einem zunehmend intelligenten und digitalisierten Netz, dem Potenzial von Wasserstoff als grünes Gas oder der Kombination von Batterien zu einem Schwarmspeicher werde auch der klassische Netzausbau laut Hammerschmidt benötigt. Zunehmende regenerative Erzeugung im ländlichen Raum könne nur so mit notwendigen Speicherkapazitäten für die Versorgungssicherheit, z. B. durch Elektrofahrzeuge im städtischen Raum verbunden werden. „Den Verteilnetzen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, die wir stetig weiterentwickeln, um das Erreichen der Klimaziele möglich zu machen“, so Hammerschmidt.

Joachim Jonas, Leiter des Wasserkraftwerks Bruttig-Fankel erklärte abschließend die Aufgaben und Funktionsweise des Wasserkraftwerks an der Mosel und die Bedeutung der Stromerzeugung aus Wasserkraft für innogy. Nach einer abschließenden interessanten Diskussionsrunde nutzten die Gäste gemeinsam mit den Vertretern von innogy die Gelegenheit, das Wasserkraftwerk am Standort unter der Führung von Joachim Jonas zu besichtigen.

 

Foto von links: Joachim Jonas, Leiter des Wasserkraftwerks Bruttig-Fankel, Dr. Torsten Hammerschmidt, Projektleiter Netzentwicklung von innogy, Dr. Thomas Griese, Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz und Victoria Siegismund, Projektleiterin der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e. V. diskutierten über die Energiewende in Rheinland-Pfalz.

(Quelle: innogy SE/ Martina Fischer)

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