Unternehmen der Logistikbranche müssen heute in digitale Lösungen investieren, um von den enormen Potenzialen einer vernetzten Logistik zu profitieren – so lautete eine zentrale Erkenntnis der Veranstaltung „Smart Logistics – Wege in die Digitalisierung“, zu der die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. gemeinsam mit der DB Cargo AG, Europas größter Güterbahn, in die Glashalle der Mainzer Firmenzentrale des Unternehmens geladen hatte. Logistik-Experten berichteten von innovativen Lösungen und machten deutlich: Die Digitalisierung ist gerade für die Logistik ein dynamischer Faktor weit über technologische Veränderungen hinaus.

Dass Rheinland-Pfalz hier schon einiges erreicht habe, betonte Wirtschafts- und Verkehrsstaatssekretärin Daniela Schmitt anlässlich der Fachveranstaltung. Als Beispiel nannte sie das intelligent gesteuerte LKW-Kolonnenparksystem an einer Rastanlage bei Montabaur: Die Anzahl der Parkplätze konnte verdoppelt werden, ohne dass dafür Parkraum ausgebaut werden musste. „Das ist Zukunftstechnologie aus Rheinland-Pfalz. Allein durch intelligente Technik mehr Kapazitäten zu schaffen, ohne dabei neue Ressourcen aktivieren zu müssen, ist genau das, was Digitalisierung leisten kann. Rheinland-Pfalz ist damit bundesweit beispielgebend für eine zukunftsfähig aufgestellte Logistik-Infrastruktur“. Im kommenden Jahr solle dieses System auch an der Tank- und Rastanlage-Hunsrück-West zum Einsatz kommen.

Gastgeber Raimund Stüer, Vorstand Vertrieb und Marketing der DB Cargo AG, stellte die Innovationskraft und zunehmende Bedeutung des Schienengüterverkehrs für nachhaltige Logistiksysteme dar. „DB Cargo investiert als europäischer Marktführer umfangreich in die Digitalisierung und den Ausbau des Serviceangebots, um vernetzte Logistiklösungen zu schaffen. So ist DB Cargo schon heute, durch die umweltfreundlichste Verbindung zwischen allen Wirtschaftszentren und Häfen in Europa, das Rückgrat der europäischen verladenen Wirtschaft.“

Das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung von Daten sieht Martin Schwemmer von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS aus Nürnberg als wichtigen Motor der vernetzten Logistik: „Daten spielen in der Logistik schon seit jeher ein große Rolle. Die Dynamik der Digitalisierung erfordert es nun, den entstehenden Datenwust besser für sich nutzbar zu machen.“ Als größte Herausforderung beschrieb Schwemmer die unübersichtliche Lage des Marktes für Vernetzungslösungen. Bei der Transportlogistik 4.0, so Schwemmer, fehlten aus Sicht der Unternehmen derzeit vor allem Standards. Unternehmen seien daher zurückhaltend mit Investitionen.

Diese sind jedoch aus Sicht der Experten entscheidend für den Erfolg. Dr. Dennis Fanelsa, Senior Vice President Supply Chain Services bei der BASF Business Services GmbH, sagte eine weitere Beschleunigung der Digitalisierung in Supply Chain und Logistik voraus und mahnte die Unternehmen zur Aufmerksamkeit: „Was in unserer globalisierten Welt heute noch ein Meilenstein der Digitalisierung ist, wird bei immer kürzeren Innovationszyklen morgen schon der Standard sein.“

Welche Bedeutung der Schienengüterverkehr heute schon in vernetzten Logistiksystemen hat und wie die DB Cargo die Herausforderungen der Markttrends anpackt, erläuterte Sebastian Schilling, Senior Vice President Sales Development and Marketing der DB Cargo AG. “Das Angebot auf der Schiene wird noch attraktiver werden - schneller, dichter, und im Routing flexibler. Und dabei werden wir sowohl die Daten für dynamische Logistikketten bereitstellen als auch selbst als Lead Logistics Provider Logistikketten aktiv steuern.”

Das Containerterminal von Contargo im Rheinhafen Koblenz wurde vom Unternehmen als Vorreiter für ein wichtiges Zukunftsprojekt ausgewählt. Hier wird derzeit getestet und weiterentwickelt, was später an allen Standorten im europäischen Netzwerk des Unternehmens zum Einsatz kommen soll: Das sogenannte Terminal Operating System (TOS), eine Software mit der künftig automatisierte Abläufe und die vollelektronische Abwicklung bis zum Zielort möglich sein sollen, informierte Kristin Kahl aus dem Management für New Business and Digitalization. „Wichtig bei der Einführung dieser komplett neuen Prozesse war es, die gesamte Mannschaft – vom Kranführer über den Disponenten bis zum Management – mit ins Boot zu holen.“

Den Nutzen, den digitale Lösungen schon heute für Logistikunternehmen und ihre Kunden haben, insbesondere in der Paketlogistik, machte Jürgen Seidel, General Manager bei Hermes Germany, deutlich. Sie helfe, Prozesse effizienter zu gestalten und Werte für den Kunden zu schaffen. Gleichzeitig betonte er die Rolle des direkten Kontaktes mit den Kunden: „Die Paketzustellung bleibt eine Dienstleistung von Menschen für Menschen.“

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