Die Digitalisierung der Industrie

Im Mittelpunkt des Siemens Wirtschaftsforum Koblenz, welches in Kooperation mit der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) am 26. Mai 2014 bei der Firma Schütz in Selters stattfand, standen die Chancen der digitalen Entwicklung für den Industriestandort Rheinland-Pfalz. „Die digitale Revolution wird die Produktion in den nächsten Jahren erheblich verändern“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Sie wird nicht nur die Fabrik der Zukunft prägen, sondern auch Einzug in den Mittelstand halten. Darauf müssen die Unternehmen sich vorbereiten.“

Als erster Redner gab Udo Schütz, Geschäftsführer der SCHÜTZ GmbH & Co. KGaA, einige einführende Informationen über das gastgebende Unternehmen bezüglich des Umsatzes sowie der Arbeits- und Produktionsweise. Er machte deutlich, dass auch die Firma Schütz durch digitale Entwicklungen in der Produktion maßgeblich beeinflusst wird. Dies sei auch ein wesentlicher Grund, weshalb sich das Unternehmen gerne als Veranstaltungsort für das Wirtschaftsforum zur Verfügung stellte.

Edgar Eiser, Leiter der Siemens-Niederlassung Koblenz

Die offizielle Begrüßung der über Hundert Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik übernahmen Heike Arend, Geschäftsführerin der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz, und Edgar Eiser, Leiter der Siemens-Niederlassung Koblenz, im Rahmen eines Zwiegespräches. Moderator, nicht nur des Gesprächs sondern auch der gesamten Veranstaltung, war Christian Lindner, Chefredakteur der Rheinzeitung. Edgar Eiser zeigte auf, dass die zunehmende Digitalisierung der Industrie bevorstehe und die Unternehmen bereits entsprechende Ansätze in ihren Agenden aufgenommen hätten. Allerdings sei dies ein langwieriger Prozess, auf den sich die Unternehmen weiterhin einstellen müssten. Heike Arend machte darauf aufmerksam, dass das Land Rheinland-Pfalz bei dem Thema Digitalisierung die Chance hat, deutschlandweit Speerspitze zu sein. Dies sei jedoch nur möglich, wenn die Unternehmen und die öffentliche Hand entsprechend zusammenarbeiten und einen gemeinsamen Weg einschlagen.

Dr. Michael Kassner, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Udo Schütz und Rudolf Martin Siegers

Heike Arend und Edgar Eiser, Leiter der Siemens-Niederlassung Koblenz, im Zwiegespräch moderiert von Christian Lindner.

„Digital in die Zukunft – An der Schwelle zu einer neuen industriellen Revolution…“
… lautete der Titel des ersten von zwei Impulsvorträgen des Abends. Professor Dr. Thomas Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart, stellte im ersten Teil seines Vortages die essenzielle Bedeutung der Industrie für moderne Volkwirtschaften heraus. So fördere diese in besonderem Maße das Wirtschaftswachstum.

Im zweiten Teil des Vortags widmete sich Thomas Bauernhansl der Fabrik der Zukunft. So sprach er u.a. auch von der sogenannten „Smart Factory“, in welcher die Maschinen autark miteinander kommunizieren könnten. Es finde dadurch eine Dezentralisierung der Produktion durch Maschinen statt.

 Professor Dr. Thomas Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart

„Wie eröffnet der Wandel in Deutschland neue Chancen?“
Diese Frage stellte sich Rudolf Martin Siegers, der Leiter von Siemens Deutschland, im zweiten Impulsvortrag des Abends. Mit den Worten es müsse „nicht Industrie 4.0, sondern neue Welt 4.0“ heißen, zeigte Siegers auf, dass die Digitalisierung nicht nur die Industrie, sondern alle Lebensbereiche erfasse. Dies zeige auch die zunehmende Verschmelzung der sogenannten virtuellen mit der realen Welt. „Wir haben das Know-How und die mittelständischen Unternehmen um die Welt smarter zu machen“, so Siegers im Weiteren. Allerdings könne man diese Chance nur gemeinsam nutzen. So sei eine entsprechende Kooperation zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für die digitale Entwicklung unabdingbar.

Rudolf Martin Siegers, der Leiter von Siemens Deutschland

Ministerpräsidentin Malu Dreyer

„Gute Bildung entscheidet über gute Wirtschaft“
Ministerpräsidentin Malu Dreyer, stellvertretende Vorsitzende der ZIRP, betonte zu Beginn ihrer Rede, dass es ihr Ziel sei, Rheinland-Pfalz zu einem der führenden Innovationsstandorte Europas zu entwickeln. Hierfür sei eine intensive Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft nötig, welche durch die regionale Innovationsstrategie des Landes erheblich vereinfacht werde. Höchste Priorität solle an dieser Stelle auch der Bildung zukommen. „Gute Bildung entscheidet über gute Wirtschaft“, so die Ministerpräsidentin über eines der wichtigsten Politikfelder für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort. Neben der bereits bestehenden Innovationsstrategie arbeite das Land zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft an einer Fachkräftestrategie. Dazu gehöre die Zuwanderung und eine entsprechende Willkommenskultur im Land: „Wir wollen ein attraktiver, weltoffener Standort sein“, so die Ministerpräsidentin. Für die Zukunft der Wirtschaft des Landes sei vor allem eine gute Infrastruktur ent-scheidend. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass es in vielen ländlichen Regionen sogenannte Hidden Champions gebe.

„Wohlstand und Lebensqualität hängen von einer erfolgreichen Industrie ab“
Im Schlusswort betonte Dr. Michael Kassner, Leiter der regionalen Siemens- Organisation und gleichzeitig Vorstandsmitglied der ZIRP, noch einmal die Rolle der Industrie für moderne Volkswirtschaften: „Zukunft, Wohlstand und Lebensqualität hängen vielfach von einer erfolgreichen, wettbewerbsfähigen Industrie im Land ab.“ Er wies darüber hinaus noch einmal auf das diesbezügliche Engagement der Landesregierung hin und hob die Rolle der ZIRP als eine hervorragende Dialogplattform zwischen Politik und Wirtschaft hervor.

Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Thomas Bauernhansl, Malu Dreyer, Rudolf Martin Siegers und Moderator Christian Lindner

Udo Schütz, Rudolf Martin Siegers, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Dr. Michael Kassner, Edgar Eiser, Prof. Dr. Thomas Bauernhansl, Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und der Moderator Christian Lindner

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