21.10.2011 Bad Münster am Stein

Unter dem Aspekt "Neue Lage – Neue Wege. Infrastrukturen im Demographischen Wandel" trafen sich am Freitag, den 21. Oktober 2011, Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik im VR-SeminarZentrum Bad Münster am Stein-Ebernburg zu einer Tagungsveranstaltung der ZIRP, um gemeinsam über die Konsequenzen infolge der tief greifenden Veränderungen des Demographischen Wandels für die Infrastruktur in den Städten und Gemeinden des Landes Rheinland-Pfalz und deren Erhaltung zu diskutieren. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind der Einladung nach Bad Münster gefolgt.

Dabei spielten unterschiedliche Aspekte eine Rolle: Energie- und Verkehrssysteme aber vor allem auch die Daseinsvorsorge für die Menschen vor Ort. Hier müssen angepasste Lösungsentwürfe für verschiedene Bereiche gefunden werden, die von einem ausreichenden Angebot an Kultur- und Freizeitmöglichkeiten sowie Bildungseinrichtungen über den Nahverkehr und Handel bis hin zur Grundversorgung reichen. Welche Bereiche dabei besonders betroffen sind und welche konkreten Aufgaben es im Zuge einer veränderten demographischen Lage zu bewältigen gilt, diskutierte die ZIRP gemeinsam mit Experten wie Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz, Präsident Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd; Nathalie Franzen, Regionalberaterin; Andreas Minschke, Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr sowie Günter Frentzen, Ortsbürgermeister a. D. von Kanzem/Saar.

Bad Münster a.S. 21.10.2011

Die Referenten und Podiumsteilnehmer beleuchteten dabei in ihren Vorträgen und einer anschließenden Podiumsdiskussion unterschiedliche Aspekte: von den politischen Rahmenbedingungen bis hin zu konkreten Best-Practice-Beispielen. Auf allen Ebenen kommt es dabei grundsätzlich auf eines an: "Die demographische Entwicklung verursacht Veränderungen, Anpassungsdruck und stellt uns vor große Herausforderungen. Aber sie bietet auch Chancen: Für die Gesellschaft. Für die Wirtschaft. Für uns! Diese gilt es zu erkennen und zu nutzen.", fasste Andreas Minschke treffend zusammen. „"nformieren, koordinieren, agieren. Nur so kann die demographische Entwicklung eines Landes wie Thüringen aber eben auch Rheinland-Pfalz räumlich und zeitlich differenziert dargestellt werden und die zentralen Handlungsfelder sowie nachhaltige Lösungsvorschläge formuliert werden." Wie solche innovativen Konzepte dabei mit etwas Ideenreichtum, Ausdauer und Engagement auch tatsächlich erfolgreich umgesetzt werden können, zeigten konkrete Projekte aus der Praxis: "Zusammenhalten. Einander gegenseitig aushelfen.", ist dabei das entscheidende Credo, weiß Regionalberaterin Nathalie Franzen. "Und zwar altersklassenübergreifend. Denn nicht nur ältere Alleinstehende brauchen Hilfe, auch eine Teilzeit-Berufstätige ist froh, wenn ihr Kind von der Bushaltestelle abgeholt wird, wenn sie mal länger arbeiten muss." Grenzen sind bei der Zusammenarbeit also keine gesetzt - vom Nachbarschaftsladen bis hin zur Dienstleistungstauschbörse ist alles denkbar - je nach tatsächlichem Bedarf, flexibel gestaltet. "Das gilt auch für eine flächendeckende und angemessene Versorgung mit sämtlichen Einrichtungen der Daseinsvorsorge.", betonte Hans-Jürgen Seimetz in der anschließenden Podiumsdiskussion.

Bad Münster 21.10.2011

An dieser nahm auch das Publikum der Veranstaltung lebhaft teil und brachte persönliche Erfahrungen aus der Praxis und Handlungsnotwendigkeiten in die Diskussion ein. Es zeigte sich, dass der Demographische Wandel mit seinen weit reichenden Konsequenzen ein hoch aktuelles Thema darstellt, das weiter intensiv angegangen werden muss und in all seinen Facetten auch zukünftig einen festen Platz auf der Agenda der ZIRP einnehmen sollte.

Bad Münster a.S. 21.10.2011

Festhalten lässt sich abschließend, dass moderne und funktionierende Infrastrukturen einen grundlegenden Bestandteil unserer Gesellschaft und zugleich Basis für Wohlstand und Wachstum darstellen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, sie immer wieder an sich verändernde Rahmenbedingungen anzupassen, um unseren Lebensstandard und die damit verbundene Lebensqualität zu sichern. Dabei stellt der Demographische Wandel auf der einen Seite eine große Herausforderung dar, auf der anderen bietet er aber auch Chancen für die aktive Gestaltung der gemeinsamen Zukunft.

Die Präsentationen der Referenten als PDF:

Demographie und Infrastruktur: Daseinsvorsorge im ländlichen Raum
Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz
Präsident Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd

 

Handel und Dienstleistungen im Wandel:Die Veränderungen aktiv gestalten
Nathalie Franzen
Regionalberaterin, Geographisches Planungsbüro

 

Demographischer Wandel in Thüringen: Herausforderungen annehmen – Chancen nutzen
Andreas Minschke
Abteilungsleiter im Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung

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