Blick in die Zukunft: Der Logistikstandort Rheinland-Pfalz

Seminar in Bad Münster

Unter dem Titel "Blick in die Zukunft: Der Logistikstandort Rheinland-Pfalz“ trafen sich am Freitag, den 20. April 2012, Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik im VR-SeminarZentrum Bad Münster am Stein-Ebernburg zu einer Tagungsveranstaltung der Zukunftsinitiative Rheinland Pfalz (ZIRP), um gemeinsam über die Logistik in Rheinland-Pfalz zu diskutieren. Die infrastrukturellen Rahmenbedingungen der Logistikbranche im Land standen dabei ebenso auf der Agenda wie ökonomische und technologische Entwicklungen. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind der Einladung der ZIRP nach Bad Münster am Stein gefolgt.

Referenten und Podiumsteilnehmer wie Staatssekretär Jürgern Häfner (Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur), Prof. Dr. Stefan Irnich (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Prof. Dr. Bettina Reuter (Fachhochschule Kaiserslautern), Jürgen Vogel (Geschäftsführer IHK Pfalz), Franz J. Reindl (Geschäftsführer Hafenbetriebe Rheinland-Pfalz GmbH und Hafenbetriebe Ludwigshafen am Rhein GmbH) sowie Gerhard Harmeling (Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur) beleuchteten dabei in ihren Vorträgen und einer anschließenden Podiumsdiskussion unterschiedliche Aspekte der Logistik im Land, die von den politischen Rahmenbedingungen bis hin zu konkreten Handlungsempfehlungen für Unternehmen reichten.

Staatssekretär Jürgern Häfner  „Zunehmende globale Handelsverflechtungen lassen gerade dem Logistiksektor eine besondere Relevanz zukommen. Es ist die gemeinsame Aufgabe des Landes wie der ansässigen Unternehmen, Rheinland-Pfalz in diesem Bereich für die Zukunft zu rüsten“, fasste Staatssekretär Jürgen Häfner zu Beginn der Veranstaltung zusammen. Von Seiten des Landes werde hier versucht, durch gezielte Investitionen, den infrastrukturellen Rahmen zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wurden einige Beispiele genannt, wie etwa das Landesstraßenbauprogramm. „Inhaltlich setzt das neue Landesstraßenbauprogramm einen klaren Schwerpunkt bei der Erhaltung und der qualitativen Verbesserung des Bestandsnetzes“, so Häfner. Als bedeutenden Bereich der Logistik, machte er neben der Infrastruktur auch die Qualifizierung der Arbeitnehmer aus.

Prof. Dr. Stefan Irnich betonte, dass im unternehmerischen Bereich die prozessübergreifende Ausrichtung der Logistik eine zentrale Herausforderung darstelle. Es gehe für die Unternehmen weiterhin darum, ihre Unternehmensstrategie optimal zwischen den Ansprüchen der Kostenreduktion und der Kundenorientierung auszurichten. „Nachhaltiges Handeln ist dabei unumgänglich. Mittelfristig wird dieses ohnehin entweder durch die Politik oder durch die sich wandelnden Rahmenbedingungen erzwungen werden.“ Dabei sei es wichtig, dass es bei dem Thema Nachhaltigkeit nicht ausschließlich um ökologische Aspekte gehe. Es stehe vielmehr für eine regulative Leitidee, die auch für die Bereiche Wirtschaft und Gesellschaft, die Bedürfnisbefriedigung zukünftiger Generationen sicherzustellen sucht.

ReferentenrundeProf. Dr. Bettina Reuter, stellte in diesem Zusammenhang klar, dass es insgesamt darum ginge, „Werte ohne Verschwendung zu schaffen.“ Ein schlankes Organisations- und Führungskonzept sei für die Unternehmen dabei ebenso wichtig, wie ein „Gleichgewicht von ökonomischer und ökologischer Effizienz.“ Eine reine Fokussierung auf Herstellungs- und Transportkosten reiche zukünftig nicht mehr aus, vielmehr müssten qualitative Faktoren, wie etwa die Versorgungssicherheit, eine Risikoabschätzung oder auch die CO2-Bilanz mit in das unternehmerische Kalkül einfließen.

 

 

Auf allen Ebenen kommt es dabei grundsätzlich darauf an, sich auf wandelnde Rahmenbedingungen frühzeitig einzustellen. Die zunehmende Globalisierung, steigende Kundenanforderungen, verkürzte Produktlebenszyklen, aber auch die steigende Unsicherheit auf den Finanzmärkten, zwingen die Unternehmen dazu, schnell zu reagieren. Prof. Dr. Bettina Reuter

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellte Jürgen Vogel heraus, dass der Infrastruktur des Landes – vor allem bei einer derartig hohen Außenhandelsquote – das zentrale Augenmerk gelten müsse. „Nur optimale Rahmenbedingungen können langfristig auch die Konkurrenzfähigkeit rheinland-pfälzischer Logistiker garantieren.“ Die Bereitstellung finanzieller Mittel durch das Land sei hier essentiell. Dabei dürfen vor allem die Wasserstraßen nicht vergessen werden, wie Franz, J. Reindl betonte.
An der Podiumsdiskussion nahm auch das Publikum der Veranstaltung lebhaft teil und brachte persönliche Erfahrungen aus der Praxis und Handlungsnotwendigkeiten in die Diskussion ein. Es zeigte sich, dass neben den genannten Schwerpunkten auch das Thema Fachkräftemangel weiter intensiv angegangen werden und in all seinen Facetten auch zukünftig einen festen Platz in der Debatte um die Logistik in Rheinland-Pfalz einnehmen muss.

Festhalten lässt sich abschließend, dass eine leistungsfähige Logistikbranche ein grundlegender Bestandteil der Wirtschaft im Land ist und damit zugleich Basis für Wohlstand und Wachstum darstellt. Voraussetzung hierfür ist jedoch, sie immer wieder an sich verändernde Rahmenbedingungen anzupassen.

SWR Interview mit der ZIRP Geschäftsführerin Heike Arend


Präsentationen der Referenten als PDF-Download:

Jürgen Häfner:  Rheinland-Pfalz: Starker Partner der Logistik

Prof. Dr. Stefan Irnich: Logistik im Wandel: Aktuelle und zukünftige Herausforderungen

Prof. Dr. Bettina Reuter: Lean and green – Technologische Trends in der Logistik

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