Morgens um halb acht ging es los Richtung Tel Aviv. Aufgrund der etwas verspäteten Abfahrt und des großen Verkehrstaufkommens waren wir nicht sicher, ob wir es pünktlich schaffen würden. Doch durch die Nutzung der „fast lane“, für die man extra bezahlen muss, schafften wir es noch rechtzeitig zur Universität von Tel Aviv. Dort führten wir Gespräche zum Thema Sustainability (Nachhaltigkeit).

Zuerst stellte uns Alon Tal seine These zum Thema Überbevölkerung in Israel vor. Er war der Ansicht, dass im Bereich Nachhaltigkeit zu oft die Symptome behandelt werden, nicht aber die Ursachen. Überbevölkerung sieht er als eine der Ursachen für die immer schlechter werdende Umwelt. Dies sei gerade in Israel ein großes Problem, da der Staat sehr viele Anreize schaffe, um mehr Kinder zu bekommen. Der nächste Referent, Dr. Itai Sened, hielt einen Vortrag zum Thema „The Energy Revolution“. Dieser Vortrag beschäftigte sich vor allem mit dem Thema, wo wir unsere Energie hernehmen und warum wir bestimmte Energiequellen bevorzugen. Zwar war der Vortrag wissenschaftlich fundiert, dennoch wurde auch die Meinung des Referenten sehr deutlich. So war der Referent größtenteils gegen Recyclen. Dies begründete er mit Zahlen, nach denen Recycling sich nicht lohnen würde. Zudem meinte Herr Sened, dass oft moniert wird, dass Photovoltaik-Anlagen nur einen Wirkungsgrad von 10-20% hätten, dies jedoch irrelevant wäre, da die Sonnenstrahlen unendlich und kostenfrei zur Verfügung stehen.

Der letzte Vortrag hatte das Thema „Happiness and Sustainability“. Die Grundidee des Vortrages war nicht schlecht: Es wurde untersucht, wie man das Thema Nachhaltigkeit vor allem Kindern beibringen kann, damit es einen langfristigen Effekt hat und die Kinder sich später auch für die Umwelt einsetzten. Nach diesen Vorträgen ging es zurück zur „Porter School of Environmental Studies“. Dieses Gebäude ist das grünste in ganz Israel. Und kostete 42 Millionen US-Dollar. Es befindet sich außerhalb des Universitätsgeländes und ist auch keiner Fakultät zugeordnet. So soll es in allen Bereichen gleichermaßen möglich sein, seine Forschungen an der Porter School of Environmental Studies durchzuführen.@Porter School of Environmental Studies Center for Renewable Energy

Im nächsten Vortrag stellte uns Gidon Bromberg die Organisation „EcoPeace“ nochmals vor. An Tag 5 hatten wir ja bereits ein Projekt dieser Organisation angesehen und nun bekamen wir die Chance mit dem Co-Präsidenten über die Organisation zu reden. Seit 22 Jahren arbeitet „EcoPeace“ im Bereich Umweltschutz und hat heute ungefähr 100 Mitarbeiter. Die Hälfte der Projekte sind „bottum-up“ Projekte. Eins der Bekanntesten davon dürfte das „Good water neighbours“ Projekt sein. Die andere Hälfte der Projekte sind „top-down“ Projekte. Dazu zählt auch der erste Masterplan für Wasser, den „EcoPeace“ für aller drei Staaten entworfen hat. Auch zum Thema Meerwasserentsalzungsanlagen wurde etwas Kritik geübt. Von dieser Kritik haben wir bei unserem Besuch in Ashkelon natürlich nichts gehört.

Ein weiterer sehr interessanterer Punkt war das Thema Konfliktlösung. Gidon Bromberg erklärte uns, dass beide Seiten zwar grundsätzlich an einem Friedensvertrag interessiert wären. Jedoch sei keine Seite bereit, Verträge in bestimmten Bereichen abzuschließen, sondern beide Seiten wollen, allenfalls einen allumfassenden Vertrag unterzeichnen.

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