Unser erster Termin an diesem Tag war bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah. Nach einem schnellen Überblick ging es auch schon mit dem ersten Referenten los. Uns wurde die Wassersituation in den Westbank vorgestellt. Danach fand eine offene Diskussionsrunde statt, die teilweise sehr hitzig geführt wurde und die Palästinenser stellten uns ihre Sicht auf die Dinge vor. Dabei waren sie weniger zurückhaltend als die Israelis, die wir bis dato getroffen hatten. Diese hatten ihre Meinung eher zwischen den Zeilen zum Ausdruck gebracht. Die Palästinenser stellten ihre Ansichten klarer dar. Diese Diskussion gab uns einen sehr guten Einblick in die Denkweisen der Palästinenser und ihrer Sicht der Dinge. Es wurde sehr klar wie prekär die Situation ist.

Dies war unser letzter Termin in Ramallah. Rückblickend kann man sagen, dass Ramallah nicht so war, wie wir es erwartet hatten. Wir haben sehr wenig bewaffnete Sicherheitskräfte gesehen. Ramallah wirkt sehr friedlich und offen und auch modern. Im Vergleich zu den umliegenden Gebieten war es in der Innenstadt sehr sauber. Es war ein einzigartiges Erlebnis diese Stadt zu sehen und die palästinensische Sichtweise der Dinge kennen zu lernen.

Nach diesen Eindrücken ging es weiter nach Jerusalem. Auf dem Weg dorthin mussten wir einen Grenzposten überqueren. Einer der Soldaten, natürlich mit einer Maschinenpistole, kam in den Bus und schaute uns alle sehr kritisch an. Anscheinend sah niemand verdächtig aus, denn wir durften ungehindert weiterfahren.@Grenzübergang Ramallah

In Jerusalem stieß unser israelischer Guide wieder zu uns, der ja nicht nach Ramallah reisen durfte. Dann ging es weiter Richtung Ölberg. Von dort oben hat man eine unglaubliche Aussicht auf Jerusalem. Nach dem wir die Aussicht genossen haben und einen kurzen Abriss über die israelische Geschichte bekommen haben ging es weiter Richtung Altstadt, in Richtung Grabeskirche. Diese war sehr überfüllt, aber dennoch war es interessant zu sehen, wie verschiedene Religionen es schaffen, eine heilige Stätte zu teilen .

Auf dem Weg zur Klagemauer besuchten wir noch einige Stationen Christis auf dem Leidensweg. An der Klagemauer bekam Saskia den ersten Schock in Israel. Sie lief an einer Familie mit kleinen Kindern vorbei und sah auf den zweiten Blick, dass der Vater, der den Kinderwagen schob, wie selbstverständlich ein Maschinengewehr trug. Wie man mit kleinen Kindern und an einer heiligen Stätte mit einer Waffe herumlaufen kann, war für sie völlig unverständlich.

Am Abend erwartete uns der letzte Programmpunkt für diesen Tag. Eine Diskussionsrunde mit Vertretern der verschieden Stiftungen. Die einzelnen Stiftungen stellten sich und ihre Arbeit kurz vor, danach teilten sie uns ihre Einschätzung der politischen Situation hier mit. Obwohl die Teilnehmer nach dem anstrengenden Tag doch schon sehr müde waren, gab es noch viele Einzelgespräche nach der Diskussionsrunde.

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