"Energieversorgung – Schlüssel für die Zukunft der Regionen"

Teaser Bingen

Wirtschaftsforum 2008 der Volksbanken und Raiffeisenbanken und der ZIRP,
Landesgartenschau Bingen, 10. Juni 2008

Gemeinsam mit dem Genossenschaftsverband Frankfurt fand unter dem Titel "Energieversorgung – Schlüssel für die Zukunft der Regionen" das Wirtschaftsforum 2008 statt. Gemeinsam mit namhaften Experten wurden in mehreren Diskussionsrunden Fragen zur Zukunft der Energie diskutiert.

Die rheinland-pfälzischen Volksbanken und Raiffeisenbanken und die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP)
diskutierten auf der Landesgartenschau Bingen vor rund 500 Teilnehmern aus Mittelstand und Handwerk die
Erschließung regionaler Energieressourcen, technologische Innovationen und die Steigerung der Energieeffizienz
als Schlüssel für den Erhalt unseres Wohlstands. "Eine zuverlässige Energieversorgung ist ein Schlüssel für die
Zukunft der Regionen und die Voraussetzung für eine vielfältige und innovative Unternehmenslandschaft", betonte
Walter Weinkauf, Präsident des Genossenschaftsverbandes Frankfurt, in seiner Begrüßung.

Wirtschaftsforum Bingen 2008

Der stellvertretende Ministerpräsident Karl Peter Bruch skizzierte die notwendige Strategie des Landes
Rheinland-Pfalz, die auf eine Verbesserung der Energieeffizienz, die Nutzung erneuerbarer Energien und auf
einen nachhaltigen Energiemix setzt. Um eine zuverlässige Energieversorgung auch in Zukunft zu garantieren,
seien vor allem langfristige, umwelt- und ressourcenschonende Konzepte gefragt, erläuterte Bruch. Ziel der
Landesregierung ist es bis zum Jahr 2020 den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auf 30 Prozent
auszubauen. Die rheinland-pfälzische Umweltpolitik sieht es als eine ihrer wichtigen Aufgaben an, die
beginnende Verknappung von Öl und Erdgas bewusst zu machen, intensiv an der Energiewende zu arbeiten und durch
eine innovative Technologieförderung die Weichen dafür zu stellen.

Dr. Joe Weingarten, Geschäftsführer der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz, stellte die Arbeit der ZIRP zum
Thema Energie heraus. Seit nunmehr zwei Jahren beschäftigt sich die ZIRP intensiv mit der Energieversorgung der
Zukunft. Im Rahmen von Workshops und Veranstaltungen mit rheinland-pfälzischen Experten und Bürgern wurden die
zentralen Herausforderungen bearbeitet und diskutiert. Wie die Energieversorgung im Jahre 2030 aussehen könnte
und was heute für eine positive Gestaltung der Zukunft getan werden sollte, erläuterte der Energieexperte und
wissenschaftliche Berater der ZIRP, Professor Gunter Schaumann, anhand des ZIRP-Projektes "Zukunftsradar2030 –
Auf dem Weg zum Energieland Rheinland-Pfalz". "Gemeinsam mit Experten aus unterschiedlichsten Bereichen haben
wir versucht einen Blick in die Zukunft zu werfen, um Szenarien und Visionen zu entwickeln, die das Thema
Energie in unterschiedlichsten Facetten im Jahr 2030 beschreiben. Darauf aufbauende Handlungsempfehlungen
sollen den Entscheidungsträgern in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bereits heute Ansätze für Ihre Arbeit
liefern", erläuterte Prof. Schaumann. Im Rahmen des Projektes habe sich gezeigt, dass es schon heute in
Rheinland-Pfalz viele aktive, nachhaltig und energiebewusst handelnde Bürger gebe. Auf dieser Basis gelte es
aufzubauen und insbesondere Kinder und Jugendliche für ihre "Energiezukunft" zu sensibilisieren.

Dass Umweltschutz und unternehmerisches Handeln Hand in Hand gehen können, betonte Dr. Harald Schwager,
Vorstandsmitglied der BASF SE. Energieeffizienz sei ein entscheidender Treiber für die Wettbewerbsfähigkeit. So
habe eine Vielzahl deutscher Unternehmen bei der Entwicklung von Produkten zur alternativen Energiegewinnung
und zur Steigerung der Energieeffizienz weltweit eine Spitzenposition inne. In dieser Industrie seien darüber
hinaus mittlerweile Tausende von Arbeitsplätzen entstanden.

Die positiven Auswirkungen erneuerbarer Energien für das Klima und speziell auf den Wirtschaftsstandort
Rheinland-Pfalz standen im Mittelpunkt der Gesprächsrunde, die vom Vorstand der Mainzer Volksbank Uwe Abel,
Prof. Dr. Peter Heck, Geschäftsführender Direktor des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement
Trier/Birkenfeld und Fred Jung, Geschäftsführer juwi GmbH, Mainz geführt wurde. Im Rahmen der Diskussion hob
Abel vor allem den Aspekt der Finanzierung zukunftsweisender Projekte hervor. "Wir stehen in einem intensiven
Dialog mit den Unternehmen und haben die Bereitschaft, neue technologische und innovative Ideen zu finanzieren
und entsprechende Risiken einzugehen", so Abel. In diesem Zusammenhang verwies Prof. Heck darauf, dass
Maßnahmen zum Klimaschutz, allen Kassandrarufen zum Trotz, auch Chancen böten, insbesondere als
mittelständisches und kommunales Struktur- und Geschäftsmodell mit dem positiven Nebeneffekt einer CO2-Senkung.
"Einen entscheidenden Anteil an der Reduktion klimaschädlicher Emissionen haben die erneuerbaren Energien, die
langfristig zu 100 Prozent den billigsten und saubersten Strom liefern", erläuterte Fred Jung. So könne es
Rheinland-Pfalz gelingen, sich vom Strom-Import Land zum Strom-Export Land zu wandeln.

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten zwei konkrete Projekte aus der Praxis. Sie zeigten, wie sich mit
Ideenreichtum und Engagement innovative Energiekonzepte erfolgreich umsetzen lassen. Das Bioenergiedorf
Oberrosphe eG, vertreten durch dessen Vorstandsmitglied Hans-Jochen Henkel, arbeitet auf kommunaler Ebene im
Rahmen einer von Bürgern gegründeten Genossenschaft an der Reduktion des Einsatzes fossiler Energieträger und
an einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Rohstoffe. Der Schornsteinfegermeister Christian Bogner stellte sein
Verfahren zur nachträglichen Dämmung von Hohlräumen in Altbauten vor, das im Rahmen des landesweit
ausgeschriebenen ZIRP-Zukunftsradar-Preises 2007 prämiert wurde.

 

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