@Beduinendorf bei Beer Sheva

Am Mittwoch haben wir uns hauptsächlich mit dem Thema Beduinen und deren Integration auseinandergesetzt. Beduinen sind arabische Israelis, die wie Halbnomaden leben.
Derzeit stellen sie 1/3 der Bevölkerung im Negev dar, was ungefähr 230.000 Menschen sind.

Aufgrund des sehr jungen Durchschnittsalters von 14 Jahren wird sich das jedoch in naher Zukunft ändern und die Beduinen werden die Hälfte der Bevölkerung des Negev ausmachen. Im Vergleich dazu liegt das Durchschnittsalter der Israelis bei 30 Jahren.

Ein Großteil der beduinischen Bevölkerung lebt unter schlechten Bedingungen. Das Schulsystem in Israel trennt zwischen arabischen und jüdischen Schulen, daher bekommen beduinische Schüler eine andere Ausbildung als israelische. Diese Ausbildung ist qualitativ schlechter; folglich haben wenige beduinische Schüler die Möglichkeit, die Universität zu besuchen. Bei den Absolventen machen weibliche Studenten den größten Teil mit ca. 70% aus. Ein weiteres Problem ist, dass viele Beduinen in nicht anerkannten Dörfern leben. Diese Dörfer tauchen daher auf keinen Flächennutzungsplänen auf. Es gibt gegenwärtig keinerlei Infrastruktur dort.

Das erste Projekt, das wir besucht haben und den Namen „Desert Stars“ trägt, zielt darauf ab, junge Führungskräfte auszubilden. Die Auswahl der Führungskräfte in der Beduinengemeinschaft erfolgt derzeit allein aufgrund der Stammeszugehörigkeit und nicht aufgrund von besonderen Führungsfähigkeiten. „Desert Stars“ setzt genau hier an, und versucht jungen Beduinen ab der Highschool ohne Fokus auf ihre Stammeszugehörigkeit die notwendigen Fähigkeiten für eine Führungsposition zu vermitteln. Der Gründer von „Desert Star“, der uns sein Projekt vorgestellt hat, ist selber Israeli. Es war beeindruckend, mit welcher Begeisterung und Motivation er hinter diesem Projekt steht.

Danach ging es weiter zu einem Projekt, das sich überwiegend auf Frauen konzentriert. Es handelt sich um eine Catering Firma, die vor allem alleinerziehende Frauen beschäftigt. Sie arbeiten äußert motiviert und stehen teilweise schon um halb zwei nachts auf. Warum? Weil sie das Essen vorbereiten müssen, das an Schulkantinen geliefert wird. Aufgrund dieser Motivation wächst das Familienunternehmen stetig. Am Anfang wurden 8.00 Essen pro Tag produziert und inzwischen sind es knapp 10.000.

Ein weiteres Projekt, „Wadi Attir“, beschäftigt sich mit der nachhaltigen Landwirtschaft und mit erneuerbaren Energien im Negev. Zur Bewässerung ihrer Flächen besteht eine enge Kooperation mit der Firma Netafim. Sie stellt Tröpfchen Bewässerungsanlagen her und die werden auch vom Wadi Attir benutzt. Insgesamt kostet dieses Projekt 10 Millionen Dollar und wird zu 50% von der israelischen Regierung und zu 50% durch Spenden finanziert. Vor Beginn dieses Projektes war es nur ein karger Landstrich, durch Bewässerung gibt es jetzt Bäume, Gemüse, Insekten, Vögel und andere Tiere.@Urban Gardening Community Gardes Beer Sheva

Passend zu diesem Projekt haben wir zum Abschluss des Tages noch „Urban Gardening“ in der Wüstenstadt Beersheva gesehen. Dieses Konzept entstand in Kooperation mit der äthiopischen Gemeinde vor Ort. Diese NGO (Nichtregierungsorganisation) beschäftigt sich mit dem nachhaltigen Anbau von Gemüse, Obst und Kräutern innerhalb eines urbanen Gebietes.

Liebe Grüße aus dem sonnigen Israel

Saskia und Lucien

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